Der Ethnoarchäologische Park in Ravna

Der Ethnoarchäologische Park befindet sich in Ravna, 8 km. nördlich von Knjazevac entfernt im Hof einer alten Dorfschule.

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Die grundlegenden Informationen

            Der Ethnoarchäologische Park befindet sich in Ravna, 8 km. nördlich von Knjazevac entfernt im Hof einer alten Dorfschule. Die ältesten Häuser im Dorf wurden anfang des XX. Jahrhunderts gebaut und die Schule im Jahre 1906. Die Nähe der antiken Befestigung übte Einfluss darauf, in diesem Dorf einen ethnoarchäologischen Park zu unterbringen. Mit dem Bau begann man im Jahre 1977 und offizielle Eröffnung erfolgte im Jahre 1989.

            Der Grundgedanke war die Darstellung bedeutender archäologischer Funde von der Lokalität Timacum Minus im Rahmen von einem archäologischen Ausstellen im Schulgebäude und in Lapidarium, aber auch das Bekanntmachen mit der Geschichte von den archäologischen Untersuchungen aus der naheliegenden Lokalität. Das Ziel ist eine patriarhale Gemeinschaft des Timokgebietes im XIX. Jahrhundert darzustellen zusammen mit Wohn- und Wirtschaftsobjekten. Den ethnoarchäologischen Park bilden: das Haus aus Gornja Kamenica, in dessen Keller das Museum der Weine aus Knjazevacgebiet mit dem Weingut gestaltet wurde, das Haus aus Berčinovac, Kornspeicher aus Beli Potok und der Schnapskesselraum aus Pričevac zur Herstellung von Schnaps mit der Schnapspfeife aus Kirschbaumholz.

            Diese Art des Aussetzens ermöglichte es, die langjährige Erfahrung und die Reichweite der Volksbautechnik aufzubewahren, sowie die Verwirklichung eines unmittelbaren Kontakts der Besucher mit den Gegenständen, die die Möglickeit haben, sich mit der Wohnungskultur und den Objekten der Volksarchitetkur dieser Gegend bekanntzumachen. In den letzten zehn Jahren wurde der ethnoarchäologische Park mit noch einem Objekt ergänzt, das nach dem Vorbild des Hauses “Gazdića“ aus dem Dorf Radičevac auf Stara Planina gebaut wurde, in dem sich neben einem kleinen Konferenzsaal und der Verkostung der traditioneller Nahrung und Getränke, des Weins und des Schnapses auch das Infozentrum mit dem Souvenirladen befindet. Im Rahmen des Parks wurde eine Werkstatt für die Herstellung der traditionellen Töpferei mit der Replik des antiken und traditionellen Topfofens. Im Raum der alten Dorfschule wurde ein Konservierungslabor gemacht und ausgestattet. Der ethnoarchäologische Park bietet neben verschiedenen Bildungs- und Kreativprogrammen die Organisation von Werkstätten die Unterkunftsmöglichkeit und die Organisation verschiedener Versammlungen, kulturtouristischer Ausbildungsprogramme sowie forschungswissenschaftlicher Camps.

Lapidarium

Innerhalb des ethnoarchäologischen Parks in Ravna wurde rechts vom Eingang Lapidarium römischer Grabsteine gestaltet, gefunden bei den archäologischen Untersuchungen der Befestigung Timacum Minus von 1975 bis 1990. Sie wurden größtenteils auf der Befestigung selbst gefunden oder wurden von den Bewohnern aus der Umgebung geschenkt bekommen. Meistens sind Grab-, Ehren- oder Opfersteine vorhanden. Sie sind eine sehr wichtige und zuverlässige Quelle für die Forschung und das Kennen von militären, administrativen, ethnischen, gesellschaftlichen, kulturellen und religiösen Geschehen, über die es keine ausreichenden Angaben gibt, außer mangelhaften Angaben in den Aufzeichnungen oder in immer noch mangelhaften archäologischen Funden. Die Grabsteine bestehen aus den Tympanonen, Relief- und Überschriftsfeld, der Sockel und der Pier. Die Grabsteine waren am häufigsten mit Floralmotiven geschmückt. Oft ist die Weinrebe vertreten, die den Glauben an das neue Leben, die ewige Erneuerung, die neue Geburt symbolisiert. Im Überschriftsfeld stehen die Angaben über dem Verstorbenen geschrieben. Im Relieffeld wird gewöhnlich der Name des Verstorbenen oder des Verstorbenen mit Familienmitgliedern ausgeschrieben. Eine Zahl der römischen Grabsteine aus Ravna befindet sich in Niš in Lapidarium auf der Befestigung von Niš.

Lapidarium und Quelle

Die Opfersteine

            In Lapidarium befindet sich ein Grabstein aus dem II. Jahrhundert, der Göttin Diana gewidmet, der Göttin der Jagd, der Beschützerin der Tiere und Wälder. Der Opferstein bestätigt die Kultverehrung der Göttin Diana auf dem Gebiet von Ravnaer Befestigung. Sie war auch die Beschützerin der Silberbergwerke. Ihre Rolle passt zum Bild des Lebens auf der Befestigung, dessen Wirtschaftsgrund Bergbau und Metallurgie sind. Die Göttin Diana war die Tochter des Obergottes Jupiter. Sie wird mit der griechischen Göttin Artemis verglichen. Sie wurde auch als Beschützerin der Frauen geachtet und in einigen ihrer Tempel hatten Zugang nur Frauen. Diana wurde am häufigsten in kurzer Tunika mit dem Bogen und Pfeil in Begleitung vom Hirsch dargestellt.

            Neben dem der Göttin Diana gewidmeten Opferstein wurde auch der dem Gott Mars gewidmete Opferstein gefunden. Obwohl er als Gott des Krieges galt, beschützte er die Dorfbevölkerung, die ihm als Beschützer von fruchtbaren Äckern gebeten hat. Er förderte die Fruchtbarkeit und beschützte die Einwohner vor den schlechten Wetterbedingungen.

Die Schule

            Bloß am Eingang in den ethnoarchäologischen Park links befindet sich die Schule aus 1906. Heute ist darin eine kleine Forschungsstation mit einem wohl ausgerüsteten Arbeitsschulzimmer mit dem Konservierungslabor und Forschungsarbeit errichtet. Diese Forschungsstation dient als ein Verwirklichungsraum verschiedener forschungswissenschaftlicher Projekte und für andere Bildungsprogramme. Im Flur dieser Schule sind Fragmente der römischen Grabsteine ausgestellt, die steinerne Bildhauerkunst von der Lokalität Timacum Minus und anderen archäologischen Funde in Rahmen einer kleineren Austellung. In der Schule befinden sich auch die Arbeitsräume für die Lagerung und Bearbeitung archäologischer Gegenstände, als auch für die Unterkunft und Ernährung der Forschungsteams.

Die Schule im Archäo-Ethnopark in Ravna

Die objekte der volksbautechnik

            “Das große Haus” wurde nach dem Vorbild auf das Haus aus Gornja Kamenica Ende des XIX. Jahrhunderts gebaut. Es gehört zum moravischen Typ, mit einer länglichen bögigen Veranda und mit dem “Rand”. Im Stock sind drei Räume:”Iža” - die Küche mit der Feuerstelle in der Mitte, das Mädchenzimmer, oder “Jungverheiratete”, das für die Mitgiftvorbereitung oder für die erste Ehenacht diente und “das große Zimmer”, das Gästezimmer. Im “großen Zimmer” sind die Gegenstände aus Textil ausgestellt, die Handarbeiten einheimischer Textiltätigkeit, Teile der Volkstracht, die traditionelle Töpferei und die Gegenstände für die Wollebearbeitung. Bei dem älteren Typ dieser Schlammhäuser ist eine flache Veranda vorhanden, während bei den neueren Typen auch Bögen in der hölzernen Veranda vorkommen, die das erkennbare architektonische Element eines Moravahauses sind. Der Dachdecker ist aus Lehmfliese, der die hölzerne Konstruktion deckt. Im Gebiet von Stara Planina war der Dachdecker aus Unterhölzern oder Brettern seltener aus Steinplatten. Für Timokhäuser des moravischen Typs ist ein plumpenförmiger Schorstein charakteristisch mit dem Decker, den man “Badža” (Rauchloch) nennt. Im unteren Teil des Hauses befindet sich ein Weinkeller mit dem Weingut des Knjaževacgebiets. Der ethnoarchäologishe Park mit naheliegenden Weingütern aus Knjaževac und Heimatmuseum Knjaževac sind in die offizielle Weinstraße “die Weinstraßen Serbiens” eingeschlossen.

Haus von Gornja Kamenica

Haus von Berčinovac

            “Das kleine Haus” ist am Ende des XIX. Jahrhunderts entstanden und wurde aus dem Dorf Berčinovac in den ethnoarchäologischen Park Ravna gebracht. Es wurde aus Originalelementen als Schlammhaus mit einer längeren Veranda auf eine traditionelle Weise authentisch gebaut. Der Innenraum ist auf zwei Räume geteilt, auf die Küche mit Feuerstelle “Iža” und auf “das große Zimmer”. Der Innenraum des Hauses eines bescheidenen Familienlebens ist mit authentischen Gegenständen rekonstruiert, die für alltäglichen Gebrauch gedient haben. Der Innenraum ist mit den Gegenständen lokaler Handwerker bereichert und mit den Handarbeiten, die die geschickte Bauerhände gemacht haben.

            Im ethnoarchäologischen Park befindet sich das Haus nach dem Vorbild auf das Haus “Gazdića” aus dem Dorf von Stara planina namens Radičevac. Es gehört zum moravischen Typ und stellt das fleißige Beispiel der Volksbaukunst dar. Im Erdgeschoss gibt es einen ausreichend ausgerüsteten Konferenzsaal für kultur-touristische und Ausbildungsprogramme, die hier im Laufe des ganzen Jahres organisiert werden, einen Souvenirraum und ein Infozentrum für die Besucher. Im oberen Stock gibt es eine hölzerne Veranda, die für die Erholung und die Unterkunft sowohl für Mitglieder von Forschungsteams als auch für Touristen vorgesehen ist.

Haus von "Gazdić"

Scheune von Beli Potok

            Innerhalb vom ethnoarchäologischen Park befindet sich ein Getreidespeicher, das einzige Wirtschaftsobjekt fürs Knjazevačgebiet charakteristisch. Der Getreidespeicher enthält einen Keller und einen Maiskolbenspeicher, übertragen aus dem Dorf Beli Potok und stammt aus dem XIX. Jahrhundert. Er ist in “Abschnitte” geteilt, in einen zum Getreidespeichern, und der Keller mit den Säulen selbst wird für mehrere Zwecke genutzt - zur Werkzeug- oder Weinlagerung, o.Ä. Im freien Raum neben dem Getreidespecher sind die dem Bauernhaushalt gehörenden Gegenstände ausgesetzt, die immer weniger im Gebrauch sind: Kutschen, Pflüge, Schlitten, Bienenkörbe, Schnapskessel aus Pričevac mit der Pfeife aus Kirschbaumholz.

Das Weinmuseum

            Der Keller des “Großen Hauses” enthält den Ausstelungsraum, der Weinbau dieses Gebiets darstellt. Er enthält die für die Weinerzeugung und Aufbewahrung nötigen Gegenstände: Gefäße, Messbecher, Werkzeuge für die Traubenverarbeitung und Weinvorbereitung, den Weingut der Weine aus Knjaževac, usw. sowie die Fotodokumentation über die lange Weinbau- und Weintradition dieser Gegend. Aufgrund türkischer Angaben, besonderer Gebühren und des Statuses, den Knjazevacgebiet innerhalb von Vidiner Paschalik genoss, weiß man, dass sogar in der Periode der türkischen Herrschaft diese Gegend an den autochthonen Trauben-, d.h. Weinsorten bekannt war. Im Weinkeller sind die Produkte, alte Fäßer und Geräte von PPK “DŽERVIN”, der als Sponsor dieser Ausstellung gilt.

Das Weinmuseum

Das Zentrum für die entwicklung der traditionellen töpferei und aufbewahrung der alten hanwerke

            Im Raum des ethnoarchäologischen Parks in Ravna befindet sich eine Werkstatt für die traditionelle Töpferei, der Raum, der mit den Mitteln von UNICEF, Ministerium für die Kultur und Informierung der Republik Serbien und Knjaževacgemeinde ausgerüstet worden ist im Ziel der Aufbewahrung und Förderung der traditionellen Töpfereitechnik des Knjazevacgebiets. Hier werden die Sommerschulen für die tradizionellen Handwerke organisiert, die den Jugendlichen, Studenten, Künstlern und Museumsfachleuten gewendet sind in Zusammenarbeit mit dem zentralen Institut für die Aufbewahrung aus Belgrad. Neben dem Arbeitsraum, traditioneller Ausrüstung und der Werkzeug zur Herstellung von Töpferei befindet sich hier auch die Kopie des antiken Topfoffens, die in Zusammenarbeit mit Archäologen und tradizionellen Meistern aus Spanien im Rahmen des vom spanischen Kulturzentrums Servantes in Serbien, der Universität in Granada und des Ministeriums für die Kultur und Informierung der R. Serbien unterstützten Projekts gemacht worden ist. Neben der Replik des antiken Ofens wurde auch der tradizionelle Topfofen gemacht, der im Knjaaževacgebiet genutzt wurde. Den Arbeitsraum ergänzen auch die moderne Ausrüstung und das Werkzeug, aber auch ein kleiner Austellungsraum, wo die Gegenstände dargestellt wurden, die in der Sommerschule hergestellt wurden. Im ethnoarchäologischen Park in Ravna werden auch die Souveniere aus Wolle in der Technik des zweigarnigen Strickens und Webens gemacht.